Absetzer auf einer Matschweide

Hatte ihr Pferd eine gesunde Aufzucht?

Es ist für mich als Züchter immer wieder erschreckend, was für einen geringen Stellenwert eine gute Aufzucht beim Jungpferdekauf hat. Wer sich Auktionen ansieht, wo Fohlen zu 5-stelligen Beträgen (und mehr) gehandelt werden, fragt sich schon, warum sich niemand für die Aufzucht- und Haltungsbedingungen dieser jungen Pferde interessiert. Denn die Realität hinter der schicken Fassade der Veranstaltung wird oft getrübt, wenn man sich den heimischen Zuchtbetrieb mal genauer ansieht.

Mehr Schein als Sein

Ich habe noch keine Homepage eines Züchters gelesen, auf der stand „wir sperren unsere Pferde in den Stall weg“. Das ist bezeichnend, denn hier klaffen Theorie und Praxis weit auseinander.

Nein, Phrasen wie „artgerechte Haltung“ und „sorgsame Aufzucht“ gehören zu den üblichen Formulierungen bei den Außendarstellungen. Dennoch verbringt bei einem Großteil der Zuchtbetriebe in Deutschland das Jungvolk den Winter fast ausschließlich im Stall. Junge Fohlen kommen oft wochenlang nicht täglich raus, vor allem wenn sie vor April geboren sind.

Das ist die Realität. In meinen Augen ein beklagenswerter Zustand, der nicht genug Beachtung erfährt.

Zugegebenermaßen lässt sich dies aus der Ferne schlecht beurteilen. Ausnahmslos alle Züchter die ich kenne, sind der Meinung die Jungpferde hätten es gut bei ihnen. Sonst müsste man auch etwas ändern.

Allerdings ist es gefährlich auf hübsche Bilder auf der Homepage und die Versprechungen des Züchters zu vertrauen. Man muss sich die Zustände auf dem Betrieb schon selber ansehen. Am besten schaut man hierzu vorbei, wenn die Sonne mal nicht scheint (was in diesen Gefilden nun mal ein Halbjahr ausfüllt).

Der Live-Eindruck zerstört regelmäßig so manche Social-Media-Idylle. Jeder ist sich heutzutage der Wirkung von Bildern bewusst und zeigt nur die positiven Aspekte. Das ist soweit normal. Aber erhebliche Abweichungen zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung gibt es auch zuhauf. Da wird von herrlichen Weideflächen geschwelgt – die gibt es bei Inaugenscheinnahme auch – aber die Weiden sehen so herrlich aus, weil nie ein Pferd einen Huf darauf setzt.

Wie es sein sollte

Ich bin selber zur Genüge Kunde in Aufzuchtbetrieben gewesen. Ich suche für meine Jungpferde ganz bewusst Betriebe, die bessere Rahmenbedingungen in Sachen Fläche und Pferdegesellschaft bieten können, als ich als kleiner Züchter zu leisten vermag. Was man dadurch gemeinhin zu sehen bekommt, ist zum Teil erschreckend.

Es ist deutschlandweit noch immer schwer einen Aufzuchtbetrieb zu finden, wo die Pferde 365 Tage im Jahr nach draußen kommen. Es ist noch schwerer einen Betrieb zu finden, wo ganzjährig Kraft- und Mineralfutter zugefüttert wird. Schier unmöglich wird es, wenn man eine individuelle Zuteilung des Futters wünscht, so dass jedes Pferd seine individuelle Ration erhält. Also in Ruhe auffressen kann, ohne von seinen Aufzuchtkumpels bedrängt zu werden. Wir reden hier noch von der Basisversorgung der einzelnen Pferde, ohne auf irgendeinen Handschlag für Extra Service eingegangen zu sein.

Noch immer sind hochgradige Verwurmung der Jungpferde und nicht durchgeimpfte Bestände erschreckend verbreitet. Tägliche Kontrollen der Sommerweiden erfolgen so nachlässig, dass selbst größere Wunden und hochgradige Lahmheiten tagelang unentdeckt bleiben. Solche Dinge sollten Selbstverständlichkeiten sein, denn von Weide und Liebe allein wird kein Pferd gesund groß.

Gesundheitliche Folgen

Es gibt genug Pferdebesitzer, die auf die harte Tour lernen mussten, dass Schäden in der Aufzucht kaum wieder gut zu machen sind. Pferde können auf der anderen Hand viel ab. Es gibt sie, die Olympiasieger, die mit Maissilage statt Mineralfutter groß geworden sind. Aber in Zeiten des Röntgen-TÜVs werden sie immer schwieriger vermittelbar.

Aber im Reitsport geht es um Wahrscheinlichkeiten und um sportliche Belastbarkeit. Was ich nicht verstehe ist: Warum geht man als Käufer solch ein hohes Risiko ein? Darüber hinaus bei einem Pferd, das neben der hohen finanziellen Belastung auch oft einen unschätzbaren emotionalen Wert für seinen Besitzer hat? Wer viel Geld in eine teure Abstammung steckt, der sollte doch zumindest marginales Interesse für die Aufzuchtbedingungen zeigen.

Dem ist nicht so.

Und warum? Der Zusammenhang zwischen Bewegungsaktivität in der Aufzucht und Krankheiten, die ein Sportpferde-Dasein erheblich verkürzen, sind erwiesen.

Missverhältnisse aufdecken

Alle Züchter lieben ihre Pferde, aber wie sie deren Bedürfnissen gerecht werden unterscheidet sich doch ganz erheblich. Der Grund hierfür ist ein Mangel an Bewusstsein. Ich möchte hiermit einen Beitrag dazu leisten, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Lassen Sie sich das als Käufer nicht bieten und enttarnen Sie schlechte Ausreden.

Wie sieht das konkret aus?

  1. Nehmen Sie Reißaus, wenn es heißt, die Pferde sind wegen des Regens nicht draußen („die sind dann lieber in der trockenen Box“).
  2. Nehmen Sie die Hände in die Hand, wenn an einem sonnigen Wintertag die Pferde in der Box stehen („die brechen sich sonst die Füße auf dem harten Boden“).
  3. Suchen Sie sich etwas Anderes, wenn es heißt, die Weide ist wegen Matsch geschlossen („der Boden gibt das einfach nicht her“).

In Deutschland fällt an durchschnittlich 121 Tagen im Jahr Regen. Es gibt regional schwankend 50-150 Frosttage im Winter. Mit Matsch ist bei entsprechender Verdichtung des Bodens eigentlich das ganze Jahr über zu rechnen.

Wer die Pferde wirklich draußen haben will, der macht das Beste aus dem Schmuddel-Wetter. Wer dies nicht will, der findet jeden Tag eine neue Ausrede, warum die Pferde besser in der Box aufgehoben sind. Also flüchten Sie, wenn Sie Ausflüchte hören!

Ich sage es noch einmal in aller Deutlichkeit: Ein Pferd ist ein Bewegungstier an 365 Tagen im Jahr, daran ändert auch schlechtes Wetter nichts. Und mal ganz ehrlich; wenn das Pferd schon dem Wetter nicht standhält, wie soll es dann mit sportlicher Belastung aussehen?

Sehen Sie sich das Titelbild einmal an. Fieses Wetter, keine Frage. Auf der Wiese stehen die Hoffnungen der Zukunft; bestens genährt und versorgt und selbstredend von früh bis spät draußen. Ausnahmslos. So muss das Aussehen; so sehen Sieger aus! Egal wie schmuddelig das Wetter ist.

Die Folgen der Nachlässigkeit

Es gibt Käufer, die eine gute Aufzucht beachten und (nicht ganz unwesentlich) eine solche auch finanziell honorieren. Dafür muss ich, wie viele andere kleine Züchter, die ihre Zucht mit viel Herzblut und Idealismus betreiben, dankbar sein. Aber es sollten angesichts der schweren Folgeschäden deutlich mehr Pferdekäufer sein, die sich bewusst dafür entscheiden genauer hinzuschauen. Insbesondere, wenn es sich um Sportpferde handelt, in deren sportliche Karriere investiert werden soll.

Das ist auch keine Frage des Geldes. Denn ich stelle fest; selbst gut betuchte und gut informierte Pferdekäufer die es besser wissen müssten, machen Aufzucht nicht zu einer Priorität. Deren Pferden wird es zeitlebens an nichts mangeln und dennoch spielen Mängel in der Aufzucht für die Kaufentscheidung keinerlei Rolle.

Warum? Es fehlt anscheinend das Bewusstsein für die potentiell fatalen Folgen. Ich verweise immer wieder gern auf die OCD-Studie der FN. Das ist nicht der Weisheit letzter Schluss und die Informationen stammen aus dem Jahr 2004, sind also schon veraltet. Aber damals war schon klar: Bewegung ist für die gesunde Entwicklung von Fohlen und Jungpferden absolut essentiell. Es gibt keine Ausrede mehr.

Meine Tipps für den (Jung-)Pferdekauf:

  • Schauen Sie hinter die Kulissen!
  • Geben Sie nichts auf bekannte Namen!
  • Stellen Sie unliebsame Fragen! (Wie viele Pferde gibt es, wie viele Paddocks stehen im Winter zur Verfügung? Wann sind die Fohlen geboren, wann dürfen Sie das erste Mal raus?)
  • Sehen Sie sich die Zuchtstuten genau an! (Futterzustand und Hufpflege lassen meist auch Laien erkennen, wieviel Sorgfalt im Alltag aufgewendet wird.)

Dies ist mein Appell an die Käufer: Solange die Abnehmer von Fohlen und Jungpferden gute Aufzucht-Bedingungen nicht fordern, wird sich nichts ändern. Das ist wie bei der Massentierhaltung. Keiner findet das wirklich gut, aber solange keiner den Mund aufmacht, werden Missstände geduldet und zur Normalität.

Weiter mit einem ähnlichen Thema: Aufzuchtintensität für Jungpferde

Veröffentlicht von

Iris Wenzel

Erfolg mit dem Pferd, ohne auf Kosten des Pferdes zu arbeiten - geht das? Natürlich. Wissen ebnet den Weg dorthin. Iris Wenzel züchtet Springpferde für die Sportpferdezucht auf Basis von viel Vollblut, ist Fachbuchautorin und betreibt den Hippothesen Blog aus Freude an Texten, Fotografie und der Liebe zu den Pferden.

15 Gedanken zu „Hatte ihr Pferd eine gesunde Aufzucht?“

  1. Ein wunderbar geschriebener und absolut wichtiger Post! Ich folge dem Hippothesen Blog seit längerer Zeit und freue mich über jeden neuen Eintrag. Vielen Dank für die vielen Denkanstöße und toll argumentierten Darstellungen!
    Auch wenn bei mir das Thema Aufzucht noch nie ein Thema war (mein erstes und einziges Pferd war bereits im fortgeschrittenen Alter, als er zu mir kam) werden hier Zustände geschildert, die die Stallsuche auch für ausgewachsene Pferde schwierig bis unmöglich machen!

    1. Vielen Dank für diese netten Worte! Es ging mir genau darum, ein Nachdenken zu erreichen. Es freut mich, wenn das gelungen ist.
      Natürlich gelten die Darstellungen in Sachen Haltung für Pferde eines jeden Alters. Aber gerade in der sensiblen Phase des Wachstums werden Grundlagen für die spätere Haltbarkeit im Sport gelegt, daher mein Fokus darauf.

  2. Grundsätzlich teile ich ich die Aussagen in diesem Post.Aber mit kleinen Einschränkungen!

    Zitat:“Nehmen Sie Reißaus, wenn es heißt, die Pferde sind wegen des Regens nicht draußen („die sind dann lieber in der trockenen Box“)“Zitat Ende

    Wenn ich meine Pferde bei extremen Regen rausstelle stehen sie auf dem Paddock,Auslauf oder Weide und bewegen sich nur um eine trockene Stelle zu finden wo sie nicht nass werden.

    Unter Umständen sind sie dann tatsächlich in der Box / Witterungsschutz zeitweise besser aufgehoben.Denn stehen auf auf Paddock,Weide oder Auslauf ist auch nur stehen und keine Bewegung.

    Auch Kühesuch sich nach Möglichkeit ein Schutz vor der Witterung.
    Auch im Sommer suchen Pferde bei starkem Sonnenschein nach Möglichkeit Schatten und stellen sich dann auch freiwillig in geschlossene Hütten.

    Insofern sollte man nicht Reißaus nehmen wenn Pferde bei extremen Witterungen auch mal nur eingeschränkt Auslauf bekommen sondern immer objektiv das Gesamtkonzept der Aufzucht betrachten.

    Zitat: Suchen Sie sich etwas Anderes, wenn es heißt, die Weide ist wegen Matsch geschlossen („der Boden gibt das einfach nicht her“).

    In Deutschland fällt an durchschnittlich 121 Tagen im Jahr Regen. Es gibt regional schwankend 50-150 Frosttage im Winter. Mit Matsch ist bei entsprechender Verdichtung des Boden eigentlich das ganze Jahr über zu rechnen.Zitat Ende

    Es ist nunmal so das es Regionen gibt wo Fläche knapp ist.
    Matsch ist für Pferde kein Problem kann aber dazu führen das bei bei Überbeanspruchung des Bodens Flächen so ramponiert werden, das sie unter Umstände gar nicht mehr genutzt werden können.Weder als Weidefläche noch als Auslauf bei starkem Frost. Insofern kann es auch sinnvoll sein Flächen eine zeitlang nicht zu nutzen.

    Es geht in der Pferdehaltung immer um möglichst viel freie Bewegung an der frischen Luft,angemessene Fütterung / Pflege und den Kontakt zu Artgenossen.In Abhängig von den vorhandenen Möglichkeiten bedeutet das für den Aufzuchtbetrieb mehr oder weniger eigener Aufwand,Ideen und Flexibilität die der Kunde dann aber auch bezahlen muss. Solange es immer noch das Bestreben von Pferdebesitzern ist, Ihre Pferde möglichst billig irgendwo abzustellen wird es auch immer wieder „Aufzuchtbetriebe“ geben die diesen Markt bedienen und unter Umständen sogar besser daran verdienen als der engagierte Aufzuchtbetrieb der hochpreisig anbieten muß.Und da sind wir denn beim Vergleich mit der Massentierhaltung.Solange es genügend Abnehmer für billiges Fleisch gibt wird es produziert.

    1. Wenn Pferde keinen Witterungen ausgesetzt werden, wie soll dann ihr gesamtes System wie wärmeregulierung, Immunsystem sich entwickeln. Und wenn die Fläche es nicht zulässt eine ganzjährige Verweisung zu gewährleisten, ist es in meinen Augen kein geeigneter Aufzuchtbetrieb! Pferde, vorfallen die jungpferde von Geburt bis dreijährig sollten eigentl keine Box sehen außer sie sind krank. Marbach hat nach meiner Meinung nach die besten Bedingungen für eine artgerecht Aufzucht.

  3. Ein gut geschriebener Beitrag, nur sollte man sich nicht nur um die Haltung Gedanken sondern auch um die Ausbildung gerader junger Pferde.
    Wieviele werden schon mit drei oder dreieinhalb Jahren mitten im Wachstum eingeritten und leiden spätestens mit 10 Jahren an Rückenleiden?

  4. Ich bin Züchter und will eigentlich nur das beste für meine Tiere. da ich aus alters und Krankheitsgründen meinen Bestand verkleinert habe und man nach dem ersten Winter Männlein und Weiblein trennen sollte, sind mir die eigenen Gruppen zu klein. Man sucht sich einen Betrieb für eine sinnvolle zusammenarbeit obwohl man selbst Fläche genug hätte. Ich gebe meine Fohlen mittlerweile direkt im ersten Winter zum Aufzucht-Betrieb weil ich die Erfahrung gemacht habe wenn man dies zur Weidezeit erst mit anderen Zusammenstellt bilden sich immer Gruppen und die kleinste Gruppe zieht immer den kürzeren, das liegt in der Natur der Sache. Meiner Erfahrung nach wachsen die jungen im hügeligen Gelände gesunder auf. sie sind vielleicht nicht so fett haben aber viel mehr Muskeln und viel weniger mit Chips zu tun. Wie schon gesagt man muss sich immer nach der Decke strecken, bei mir ist alles Flach und Fläche habe ich eigentlich genug bringe sie trotzdem in die Berge auch wenn ich dafür 100 Km weiter fahren muss. Die grössere Entfernung verlangt aber auch gegenseitiges Vertrauen. Wenn dann in diesem Betrieb die Jungtiere täglich zum Fressen angebunden werden und dann auch täglich auf ein großes Paddock oder wenn das Wetter es zulässt auf die Weide kommen bin ich zufrieden.

    1. Richtig, das hört sich gut an! Ich habe meinen Nachwuchs jetzt auch aus Bayern gekauft, direkt vom Züchter, habe das hügelige Gelände gesehen welches die Beine hart macht die matschigen Jungpferdeflächen, Dir Stallungen, die naturblonden Paddocks, hügelige Weiden, reinholen anbinden fressen , wieder raus. Ich habe mich insgesamt knapp 10 Tage dort aufgehalten und haben nen robusten Kerl gekauft, der nun die Dressuraufgabrn lernt. Hatte zuvor ein KWPN Flachland Pferd aus sicherlich überbehütetet und dennoch spälicher Aufzucht, das Pferd war laaaange nicht in der Lage sich selbst zu tragen, hatte Futter Nachholbedarf! Qualität Silage;((. Tja , war auch immer verletzt, mit 16 Rentner. Ich habe bewusst dieses Mal danach geschaut! Jetzt hoffe ich alles läuft gut. Und muss damit leben das mein deutsches Sportpferd sich im starken Hannoveraner, Westphalen, Oldenburger etc. In NRW Umfeld schlagen muss Egal, Hauptsache gesund und wir hoffen mal das die Richter ihn trotzdem mögenAber dies Pferd hat seinen Körper im Griff;) es ist Qualität gefordert, das muss man sich anschauen! Tütensuppen wollen auch gekauft werden, schmecken aber nur halb so gut, das schlimme ist ja das das ganze heute zu oft einfach nicht so richtig ehrlich abläuft. Ich wollt jetzt einfach ein robustes, gesundes, talentiertes Jungpferd, welches auch klar im Kopf umgänglich ist! Hab ich, ob er punktet oder nicht!

      1. Danke für deinen Beitrag! Ich wünsche alles erdenklich Gute für den weiteren Werdegang mit deinem Pferd! Es klingt als hättest du die richtigen Schwerpunkte gesetzt, eine robuste Gesundheit ist Gold wert.

  5. Wir züchten und ziehen auch Fremdfohlen auf. Allerdings in 4er Gruppe. Die Fohlen haben einen 80 qm Laufstall mit 200 qm trockenes Sandpaddock. Angeschlossen 2 grosse Weiden. Durch den wechsel über Beton, Stroh, Sand und Weide haben die Fohlen gesunde Hufe. Wie im Text benannt gibt es Einzel abgestimmte Futterportionen und wir bleiben dabei stehen, bis jeder sein Kraftfahrer gefressen hat. Heu an verschiedenen Stellen ausgelegt, verhindert Streitigkeiten. Wichtig Ist auch der ruhig Umgang mit den Fohlen. Es wird entwurmt und auch der Hufschmied kommt regelmäßig. Leider hat es sich nicht überall herum gesprochen, das diese Art der Aufzucht sehr Zeitintensiv ist und deshalb auch entsprechend kostet. Unser Fohlenbesitzer kommen aus einem grösseren Umkreis und können deshalb nicht regelmäsdig kommen. Da ist Vertrauen wichtig. Trotzdem kommen öfter Anrufe wie: Junghengst nur über den Winter unterbringen. Mein SB nimmt erst im Frühjahr. Mit 80 € sollten doch wohl die Kosten gedeckt sein. Solange es Aufzüchter gibt, die diese Preise anbieten wird es immer Fohlen geben, die nicht gesund sind.

    1. Vielen Dank für diesen Beitrag, das macht Hoffnung! Genau so stellt man sich das vor. Der Aspekt Zeit und Geld muss natürlich Erwähnung finden und ich stimme zu, dass viele Menschen nicht bereit sind hier in Qualität zu investieren. Ich bin z.B. regelmäßig die Einzige in einer Aufzuchtgruppe, die für kurze Schmiedeintervalle plädiert, während der Rest der Pferdebesitzer lieber Kosten spart. Ich kenne gute Anbieter, die eine Jungpferde Aufzucht aus ihrem Programm gestrichen haben, weil sie – zu recht – sagen, dass das was man eigentlich dafür nehmen müsste, um kostendeckend zu arbeiten, keiner zahlen würde.

  6. Gute geschrieben und es bestätigt uns darin, daß wir den richtigen Weg gehen. 365 Tage draußen, 2 Mal am Tag Besuch vom Menschen inkl. individueller Futter habe und Kontrolle. Selbstverständlich sind bei uns tägliches Anfassen und Co. Unser Vorteil, wir sind ein kleiner Züchter und wollen es genauso.

  7. Danke. Sehr treffend geschrieben und entspricht genau dem was ich auch denke. Was man vielleicht noch hinzufügen könnte, auch wenn es selbstverständlich scheint, ist der wichtige Aspekt der Aufzucht in einer Herde. Ich beobachte immer mehr Hobbyzüchter die ein einzelnes Fohlen aufziehen. Alle diese einzeln aufgezogenen Pferde sind als ausgewachsene nicht nur gegenüber anderen Pferden nicht sozialisiert und schwer in Herden zu integrieren, sondern meiner Erfahrung nach auch im Umgang/Reiten schwieriger als artgerecht aufgezogene Pferde. Schlussendlich gilt immer noch: was in der Aufzucht falsch gelaufen ist, ist nicht mehr korrigierbar.
    MfG

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