Stallapotheke

Was gehört in Deine Stallapotheke?

Wer kennt das nicht? Wenn dem Pferd unerwartet etwas passiert, hat man die richtigen Dinge gerade nicht dabei. Eine Stallapotheke macht Sinn, um Pferd (und Reiter) im Bedarfsfall behandeln zu können. Was gehört unbedingt hinein?

Die wichtigsten Dinge, die in keiner Stallapotheke fehlen dürfen!

Kleine Schrammen und Blessuren lassen sich oft gut selbst versorgen. Dazu benötigt man aber das richtige Material. Nachfolgend habe ich eine Liste an sinnvollen Inhalten zusammengestellt, die sich bei mir in über 25 Jahren Pferdeerfahrung durchgesetzt haben. Jedes Pferd hat natürlich seine eigenen Baustellen, die individuell zu berücksichtigen sind.

Medikamente

  • Betaisodona (Jod als Tinktur oder Salbe, als Antiseptikum bei offener Haut/ Wunden)
  • Desinfektionsmittel (im Pumpspray, ohne Wundschmerz z.B. Octenisept)
  • Augensalbe (bei Bindehautentzündung)
  • Colosan (bei Verdacht auf Kolik oder leichten Verdauungsstörungen)
  • Heparinhaltiges Gel wie Tensolvet oder Compagel (bei Schwellungen und Prellungen)
  • Ballistol (schorfige Stellen auf der Haut oder Juckreiz Schweif)
  • Rivanol (für Angussverband)
  • Alu- oder Zinkoxyd-Spray (zur Abdeckung von kleinen Wunden als Schutz vor Insekten und Schmutz)
  • Zink- oder Bepanthen-Salbe (bei kleineren Schrammen) und Melkfett (zum geschmeidig halten von Wunden)
  • Optional: Canesten-Salbe (gegen Pilzerkrankungen)
  • Optional: Tonerde (zum Kühlen und Abschwellen z.B. von Pferdebeinen)

Verbandsmaterial

Verbandsmaterial ist meist im Verbandskasten im Auto vorhanden, daher kann man das vernachlässigen, wenn es Platzmangel am Stall gibt. Eventuell macht es dennoch Sinn, sterile Wundkompressen, Bandagierwatte und elastische Bandagen da zu haben.

  • Schere
  • Pinzette (Dornen entfernen)
  • Zeckenzange (Zecken entfernen)
  • Feuchttücher (zum Säubern der eigenen Hände)
  • Einmal-Handschuhe
  • Einweg-Spritzen (20ml & 100ml, zum Eingeben von Flüssigkeiten ins Maul)
  • Fieber-Thermometer (digitale Anzeige, mit weicher Spitze)
  • Gewebeband
  • Nasenbremse
  • Optional: Maulkorb (um das Fressen zu verhindern nach Sedierungen)

Wichtige Hinweise

Diese Mittel sind nur zur Ersten Hilfe durch den Pferdehalter gedacht und sollen keinen Tierarzt ersetzen!

Am besten gewöhnt man sich an, die Verfallsdaten der Medikamente regelmäßig zu überprüfen. Zum Beispiel bevor der Tierarzt das nächste Mal zum Impfen vorbeikommt, dann kann man auch gleich Nachschub von ihm erhalten.

Jede angebrochene Salbe sollte kühl gelagert und zügig entsorgt werden, weil sich hier schnell Keime ansiedeln. Kleine Packungsgrößen reichen bei mir regelmäßig aus, sonst ist da nur ständig irgendetwas abgelaufen.

Diese Informationen sollte man in der Stallapotheke lagern:

  1. PAT-Werte des Pferdes (28 bis 40 Pulsschläge pro Minute, 8 bis 16 Atemzüge pro Minute, 37,5 bis 38,2 Grad Körpertemperatur)
  2. Telefon-Liste mit Notfall-Rufummern von Tierarzt, einer nahegelegenen Tierklinik und Schmied

Und jetzt drücke ich die Daumen, dass Du das Zeug so selten wie möglich brauchst!

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