Pferdemensch

Was macht einen richtigen Pferdemenschen aus?

Oft hört man, dass Menschen, die mit Pferden groß geworden sind, oder besonders gute Pferdetrainer sind, intuitiv anders mit Pferden umgehen. Aber was genau macht einen guten Pferdemensch eigentlich aus?

Der Pferdemensch – eine seltene Spezies

Hier eine Liste der 8 wichtigsten Eigenschaften, die ein Pferdemensch mitbringen sollte:

Altruismus

Das eigene Ego sollte man im Umgang mit dem Pferd besser ablegen. Wer vor Anderen glänzen oder sich selbst etwas beweisen will, der wird oft unfair dem Pferd gegenüber. Dann bist du nicht offen für die Aussagen deines Pferdes. Ein Dialog ist keine Einbahnstraße. Unsere Pferde prägen uns, spiegeln uns, lehren uns. Man muss dazu hinhören. Vor einem Publikum zu stehen macht es vielen Menschen schwer dem Druck standzuhalten, die nötige Geduld aufzubringen und hinzuhören was dein Pferd zu sagen hat.

Verständnis

Hat mein Pferd verstanden worum es geht? Kann ich es ihm in kleineren Teilschritten erklären? Kann ich es ihm auf anderem Weg erklären? Eine offene Geisteshaltung fördert den Dialog mit dem Pferd ungemein.

Konsequenz

Ein guter Pferdemensch muss durchsetzungsfreudig sein, dabei aber kein Rüpel werden Entscheide, wann du Gehorsam fordern musst und wann Nachsicht angebracht ist. Achte dabei auf den Pferdetyp, mit dem du arbeitest: Das strenge aufzeigen von klaren Grenzen sowie Konsequenz ist bei einnehmenden Pferden notwendig. So wichtig ist es bei einem sanften Pferd Geduld und Einfühlungsvermögen mitzubringen. Zu viel Rücksichtnahme ist genauso hinderlich wie ein zu forsches Auftreten. Das Bild der „kulanten Konsequenz“ von Michael Geitner finde ich eine schöne Formulierung.

Zielstrebigkeit

Nehme dir in jeder Trainingseinheit ein Ziel vor, das es zu erarbeiten gilt. Während der langjährigen Zusammenarbeit mit einem Pferd schleifen sich oft Gewohnheiten ein. Ein Ziel vor Augen bringt dich voran. Aber sei bereit davon abzuweichen. Ein Mangel an Flexibilität kann oft mehr kaputt machen, als es nutzt. Wenn es an diesem Tag nicht klappt, dann eben am nächsten.

Selbstsicherheit

Du musst dem Pferd in jeder Lebenslage Sicherheit bieten. Vertraue auf deine Beziehung zu deinem Pferd, Vertraue auf deine Fähigkeiten und dein Einschätzungsvermögen. Unsicherheit darüber, was ich als Reiter durchsetzen kann, führt oft zu Unverständnis und Frust. Auslöser vieler Probleme ist die (unbewusste) Unsicherheit der Bezugsperson.

Zuversicht

Zur Zuversicht gehört es, Probleme vorauszusehen und einen Lösungsansatz parat zu haben. Sei stets wachsam im Umgang mit dem Pferd und gedanklich vor der Lage. Nehme dir mit deinem Pferd nur so viel vor, wie du (angstfrei!) durchsetzen kannst. Vorbereitung ist dabei die halbe Miete. Bereite gedanklich deine Handlung so vor, dass du Erfolg haben wirst.

Können und wollen sind zwei Paar Schuhe. Es hilft wie im richtigen Leben positiv zu denken. Wer überall Gefahren wittert und den Rückzug allzu schnell antritt, der wird das Pech magisch anziehen.

Lernbereitschaft

Der Wille ein ganzes Leben sein eigenes Tun zu hinterfragen und zu verbessern. Niemals zu glauben, dass es nichts mehr zu verbessern gibt. Sich die Fähigkeit bewahren, aus Fehlern zu lernen und nicht an Schema F festzuhalten, nur weil es bei zig anderen Pferden vorher geklappt hat.

Achtung

Vor dem Wesen des Pferdes, das sich stets so fügsam und kooperativ gibt, wenn man ihm die Chance lässt.

Fazit

Dies kann und soll keine abschließende Liste sein. Viele dieser Aspekte kann selbst ein älterer Pferdemensch noch annehmen und beachten. Wichtig ist die Bereitschaft zu erkennen, dass das Pferd unser Verhalten spiegelt und der Mensch immer Teil des Problems ist, wenn es Probleme gibt.

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Veröffentlicht von

Iris Wenzel

Erfolg mit dem Pferd, ohne auf Kosten des Pferdes zu arbeiten - geht das? Natürlich. Wissen ebnet den Weg dorthin. Iris Wenzel züchtet Springpferde für die Sportpferdezucht auf Basis von viel Vollblut, ist Fachbuchautorin und betreibt den Hippothesen Blog aus Freude an Texten, Fotografie und der Liebe zu den Pferden.

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